Werkbank

Folge 116:04 Min.

Media neu denken: Von Reichweite zu Wirkung

Katharina Wildau fordert ein Umdenken in der Mediaplanung: Weg von reiner Reichweitenmaximierung hin zu glaubwürdigen, wirkungsorientierten Strategien. Im Fokus stehen Qualitätsumfelder, Aufmerksamkeit als Währung und Authentizität. Marken-KPIs werden als Umsatztreiber gesehen, weniger aber relevantere Kontakte steigern Effizienz und Markenwert. Erfolgreiche Mediaarbeit misst, was wirkt – und investiert gezielt in nachhaltige Markenbildung.

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Kapitel

Transkript

Zwei Stimmen aus dem Archiv des Online Media Network.

Schon mal überlegt, warum trotz gigantischer Reichweiten oft wenig Wirkung bleibt? Heute nehmen wir uns genau dieses Paradox vor – und warum Media mehr ist als nur Zahlen-Jonglage.

Wir stecken tatsächlich noch viel zu häufig in der alten Denke fest: Hauptsache viele Kontakte, alles messbar, aber am Ende fehlt oft der echte Marken-Impact.

Wir sind heute zu zweit: Ich freue mich riesig, dass Katharina Wildau von der JOM Group dabei ist. Gemeinsam zeigen wir euch, worauf es für Media wirklich ankommt.

Unsere Episode liefert euch: Erstens, warum Reichweite nicht alles ist. Zweitens, wie Glaubwürdigkeit zum echten Conversion-Booster wird. Drittens, wie ihr Aufmerksamkeit als neue Währung einsetzt. Und zum Schluss, wie Mut in der Mediaplanung aussieht – mit klaren Praxisbeispielen.

Also, bleibt dran – wir entwirren den Media-Dschungel und zeigen, wie ihr euer Budget viel wirkungsvoller einsetzt!

Viele Mediapläne drehen sich noch immer nur darum, schnell möglichst viele Kontakte zu generieren. Aber was bleibt davon wirklich hängen?

Gerade dieses schnelle Hochdrehen von CPM oder CTR ist zwar bequem für Reportings, aber die echte Wirkung auf Marke und Businessziele geht dabei oft verloren – oben wird gestreut, unten gehofft, dass was hängen bleibt.

Das kenn ich so gut! Man vertraut auf die altbewährten KPIs statt wirklich zu hinterfragen, was sie für den Aufbau echter Markenwerte leisten.

Viel sinnvoller ist es, Media entlang der Wirkungslogik der Zielgruppe zu planen – also, wie und wo Menschen wirklich angesprochen und überzeugt werden, nicht nur entlang der Plattform-Metriken.

Das spannendste Learning für mich: Klicks sind gar nicht der härteste Conversion-Hebel. Es geht um Glaubwürdigkeit. Wie erlebst du das im Alltag?

Absolut! Wer Vertrauen aufbaut, der gewinnt nicht nur einmalige Käufer:innen, sondern echte Loyalität. Und diese Loyalität zahlt langfristig viel stärker auf den Umsatz ein als jede kurzfristige Klick-Explosion.

Eigentlich logisch, oder? Menschen kaufen Marken, denen sie vertrauen – und nicht zwingend die, die am lautesten werben.

Genau deshalb ist Media für mich längst kein reiner Reichweiten-Booster mehr, sondern ein echter Wachstumstreiber – vorausgesetzt, sie wird klug und glaubwürdig eingesetzt.

Lass uns konkret werden: Was macht ein Qualitätsumfeld aus und warum lohnt es sich, mutig ins Budget zu investieren?

Wer sich traut, auf hochwertige Umfelder statt auf Masse zu setzen, zahlt zwar erstmal mehr pro Kontakt – aber diese Kontakte sind relevanter, kaufbereiter und helfen beim Markenaufbau. Weniger Streuverluste, mehr Wirkung.

Das klingt erstmal nach mehr Risiko, aber langfristig eben nach mehr Effizienz. Und letztlich bringt’s das Budget besser zum Arbeiten.

Richtig! Die Frage sollte lauten: Welche Kontakte, in welchem Kontext und mit welcher Wirkung? Nicht einfach nur: Wie viele möglichst billige Kontakte können wir einkaufen?

Viele bewerten den Erfolg einer Kampagne immer noch nach Kontakten. Aber ein Kontakt ohne Erinnerung bringt doch gar nichts. Wie misst man echte Aufmerksamkeit?

Genau, ein Kontakt, der nicht hängenbleibt, ist totes Kapital. Wir müssen neue KPIs wie Attention Time, Viewable Impressions oder Brand Recall in den Fokus rücken – denn die zeigen, ob Werbung wirkt.

Das erfordert natürlich auch, dass wir unsere Bewertungshorizonte anpassen – und mal über die klassische Impression hinausdenken.

Und klar: Wer wirklich Wirkung will, muss seine Kampagnen auf diese neuen KPIs ausrichten und sie konsequent steuern.

Mehr Werbedruck bringt keine Glaubwürdigkeit – das ist ein wichtiger Punkt. Aber wie schaffen Marken diesen Spagat zwischen Sichtbarkeit und echter Authentizität?

Viele denken noch immer, laut sei gleich wirksam. Aber in Wahrheit kaufen Menschen nur von Marken, denen sie wirklich vertrauen. Deshalb lieber wenige, aber glaubwürdige Touchpoints statt möglichst viel Lärm.

Das heißt dann auch: Kampagnen mutig auf Qualität trimmen, auch wenn’s im Reporting erstmal weniger spektakulär aussieht.

Definitiv! Es geht um nachhaltigen Markenwert und eine Kaufbereitschaft, die man langfristig spürt – nicht nur kurzfristige Performance-Effekte.

Viele unterschätzen immer noch, wie stark Brand-KPIs auf den Umsatz einzahlen. Wie kann man das konkret messen und steuern?

Wer Brand-KPIs ernst nimmt, verknüpft sie mit echten Sales-Daten und definiert für jede Funnel-Stufe klare Ziele. Zum Beispiel: Im Upper Funnel geht es um Ad-Recall oder Brand Salience, weil das die Basis für spätere Käufe ist.

Und im weiteren Verlauf sind dann KPIs wie Markenrelevanz, Vertrauensindex oder Glaubwürdigkeit Schlüsselgrößen, oder?

Absolut! Erst wenn der Zusammenhang zwischen KPIs und Business Outcomes klar ist, kann man Sales Impact fair und inkrementell messen – und das Budget gezielt steuern.

Rein praktisch gefragt: Wie verändert sich die Bewertung klassischer Kanäle, wenn wir diesen Wirkungsansatz ernst nehmen?

Spannend ist, dass TV zum Beispiel immer noch stark wirkt – aber nicht mehr als reiner Reichweitenbringer. Richtig eingesetzt, liefert TV Vertrauen und Mental Availability, besonders im Mix mit anderen Kanälen.

Und Digital? Viel mehr als reine Performance – wenn man Aufmerksamkeit als Leitwährung nimmt, wird der Kanal zum echten Wirkungsverstärker.

Social wiederum ist kein Allheilmittel, sondern eine Vertrauens- und Relevanzplattform – sofern wir auf authentische Use Cases setzen, statt nur Klischees zu bedienen.

Das waren heute viele Aha-Momente! Fassen wir die drei wichtigsten Learnings nochmal zusammen: Erstens, Reichweite allein reicht nicht – die Wirkung zählt.

Zweitens, echte Markenwirkung entsteht durch Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit – nicht durch billige Kontakte oder zu viel Lärm. Drittens, Brand-KPIs sind keine Nice-to-haves, sondern echte Umsatzindikatoren.

Wer jetzt ins Handeln kommen will: Schaut euch eure Mediapläne kritisch an und fragt euch bei jedem Kontakt, ob er wirklich Wirkung aufbaut – oder nur Zahlen liefert.

Danke fürs Zuhören! Freut euch auf die nächste Folge, in der wir noch tiefer in die Praxis eintauchen und zeigen, wie ihr eure Media-Ziele messbar mit Business-Erfolg verknüpft.

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