
7 Prognosen für SEO, Marketing und Tech im Jahr 2026
2026 markiert den Beginn der 'Agentic Era', in der KI nicht mehr nur das Web konsumiert, sondern aktiv Inhalte erstellt. Wichtige Trends: Das Ende eigenständiger AI-Visibility-Tools, ChatGPT-Qualitätsupdates gegen Spam, drastische Klickverluste treiben Publisher hinter Paywalls, UGC-Plattformen trennen verifizierte Inhalte, ChatGPT etabliert eine Ad-Plattform, Übernahme von Perplexity, und ein massiver Kurssturz für Nvidia durch neue Konkurrenz.
Kapitel
Transkript
Zwei Stimmen aus dem Archiv des Online Media Network.
Willkommen beim Werbero-Podcast! Heute mit Kael Kwinan der KI Strategist. Kaum zu glauben, aber wir stehen jetzt wirklich am Beginn der sogenannten Agentic Era. AI ist plötzlich nicht mehr nur der große Leser des Internets, sondern schreibt und agiert aktiv darauf! Hast du das Gefühl, dass wir gerade so einen massiven Wandel erleben?
Total! Es fühlt sich an, als hätten wir drei Jahre lang die Generative Era beobachtet – und jetzt schwenkt alles auf Task Execution um. Plötzlich gibt es diese zwei Schichten im Web: Die Transaktions-Ebene mit Bots und Agenten, und die menschliche, die sich immer mehr abschottet.
Genau, dieses Bifurkieren der Weblandschaft – das klingt eigentlich wie Science Fiction. Aber es passiert jetzt. Und ehrlich, ich frage mich, wie sich das für Marken und Publisher anfühlt, wenn ein Großteil der Interaktionen von AI übernommen wird.
Da triffst du einen wunden Punkt! Für Publisher ist es ja fast schon ein Überlebenskampf geworden. Die Frage ist jetzt: Wie adaptiert man sich so schnell, ohne komplett die Kontrolle zu verlieren?
Das bringt uns direkt zur ersten Prognose: AI Visibility Tools. Da steht ein echtes 'Extinction Event' bevor, oder?
Ja, das ist verrückt. Diese ganzen Standalone-Tracker – sie haben in den letzten zwei Jahren Millionen eingesammelt, aber am Ende ist Tracking halt nur ein Feature, kein eigenes Geschäftsmodell.
Und das hat man ja gesehen: Amplitude hat sowas quasi in drei Wochen nachgebaut, Semrush packt’s als Checkbox rein. Da fragt man sich: Wer braucht noch ein eigenes Dashboard nur für AI Visibility?
Eben, vor allem fehlt bei vielen der Beweis, dass Kunden es wirklich wollen. Es gibt Tools, die haben NULL G2-Reviews! Das sorgt für eine gigantische Bewertungsblase.
Klar, aber was passiert mit all den Startups, die sich auf AI-Tracking spezialisiert haben?
Viele müssen sich wohl neu erfinden. Die meisten reinen Tracker werden verkauft, konsolidiert oder schließen ganz. Die smarten Teams werden auf sogenannte 'write-access tools' umsteigen – also nicht mehr nur beobachten, sondern direkt eingreifen.
Wie ein automatisiertes SEO-Team, das eigenständig Content produziert oder Fehler behebt. Für mich klingt das auch nach einer riesigen Chance, falls jemand Workflow-Automatisierung richtig gut hinkriegt.
Genau, der eigentliche Mehrwert liegt nicht im bloßen Messen, sondern in der Automatisierung und aktiven Optimierung. Und die großen Plattformen haben da noch längst nicht alles abgedeckt.
Dann gibt’s ja noch die Sache mit ChatGPT: 2026 könnte das Jahr des ersten großen Quality-Updates werden. Was wird da besser?
Das Ziel ist klar: Spammern das Leben schwer machen. Bisher konnte man mit simplen Tricks AI-Rankings beeinflussen. Aber mit neuen Methoden wie Multi-Source Corroboration holt sich die KI Infos aus mehreren Quellen und prüft sie gegenseitig ab.
Das ist ja fast wie ein Fact-Checking-Team aus Robotern, oder? Mich hat immer gestört, dass man mit ein bisschen Keyword-Zauberei plötzlich ganz oben bei AI-Suchen landet.
Genau das wird jetzt adressiert. Neue Tech wie ReliabilityRAG oder Multi-Agent Debate sorgt dafür, dass nicht jeder beliebige Listicle sofort als Wahrheit durchgeht. Die Hürden werden einfach höher – für alle, die es nicht ehrlich meinen.
Spannend – wobei ich mir vorstellen kann, dass Spammer trotzdem immer wieder neue Wege finden. Was denkst du, wie reagieren die darauf?
Die werden definitiv nicht aufgeben. Ich rechne damit, dass wir bald noch komplexere Angriffe sehen: Beispielsweise der systematische Aufbau von Fake-Medien-Outlets oder massives Cloaking, um Konsens zu faken.
Das klingt fast schon wie eine Art Medienkrieg auf AI-Ebene. Aber wenigstens wird’s für Billig-Spam schwerer. Ich hoffe ja, dass das auch die Suchergebnisse für Endnutzer wieder verbessert.
Davon gehe ich aus. Die Nutzer merken das sofort, wenn ihnen nur noch qualitativ hochwertige, geprüfte Infos angezeigt werden – und nicht mehr der ewige SEO-Müll.
Apropos Nutzer: Die Click-Through-Rates sind ja regelrecht abgestürzt seit den AI Overviews. Viele Publisher fürchten um ihre Existenz.
Das war wirklich heftig. Der organische CTR ist von 1,41% auf 0,64% gefallen – und bei Paid Search über 40% nach unten. Viele Medienhäuser mussten sich komplett neu aufstellen.
Das ist schon krass, wenn man bedenkt, wie abhängig viele vom Traffic waren. Kein Wunder, dass jetzt immer mehr hinter Paywalls oder Login-Gates verschwinden.
Ja, wir erleben quasi eine Flucht in den 'Dark Web'-Modus. Große Publisher sperren AI-Bots per robots.txt aus und setzen auf exklusive Inhalte, die AI nicht einfach kopieren kann.
Das heißt, Content muss sich komplett neu erfinden? Wer nur noch Standardinfos liefert, ist raus?
Ganz genau. Es zählt nur noch Experience-based Content – echte Erfahrungsberichte, kontroverse Meinungen, Daten aus erster Hand. Alles, was eine AI nicht so einfach nachbauen kann.
Irgendwie spannend, oder? Es zwingt die Branche zurück zu mehr Qualität und Authentizität. Aber für kleinere Anbieter bleibt’s trotzdem hart.
Definitiv, das ist eine Frage von Ressourcen. Aber ich glaube, die Konsolidierung ist nicht aufzuhalten – entweder man investiert in echten Mehrwert, oder man fällt hinten runter.
Das leitet schon zum nächsten Thema über: User Generated Content und die neue Gefahr durch Identitätsfakes. Wie wird hier gegengesteuert?
2026 ist das wohl das größte Sicherheitsrisiko geworden! Deepfakes sind überall. Plattformen wie YouTube oder LinkedIn müssen jetzt ihre Feeds trennen: verifizierte Menschen versus synthetische Inhalte.
Ich finde das eigentlich logisch – aber es bedeutet auch das Ende von Anonymität bei großen Accounts, oder?
Absolut, der berühmte 'Blue Check' wird zur Sicherheitsvoraussetzung, nicht mehr nur zum Statussymbol. Wer große Reichweite will, muss sich biometrisch verifizieren lassen.
Und wie wird technisch überprüft, ob ein Video oder Bild echt ist? Die KI-Bilder werden ja immer besser...
Kameras und Smartphones fangen an, C2PA-Signaturen direkt einzubetten. Fehlt diese digitale 'Kette des Vertrauens', wird das Material automatisch als synthetic gelabelt. Ohne diese Proofs gibt’s keine Reichweite mehr für Fake-Content.
Schon verrückt, wie sich die Tech-Welt selbst gegen ihre eigenen Schattenseiten absichern muss. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele Creator ein echter Kulturschock ist.
Definitiv. Aber nach Fällen wie dem Arup-Deepfake-Betrug bleibt den Plattformen keine Wahl. Und spätestens mit dem EU AI Act wird’s zur Pflicht.
Wechseln wir kurz die Perspektive: ChatGPT startet eine eigene Werbeplattform und liefert Daten, die bisher Google vorbehalten waren. Was verändert sich dadurch im Marketing?
Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten! Für Brands gibt’s plötzlich ein Search-Console-ähnliches Interface von OpenAI: Man sieht, in wie vielen Chats das eigene Produkt empfohlen wurde. Das gab’s vorher so noch nicht.
Und für die Nutzerseite? Müssen wir uns jetzt auf Anzeigen mitten in den AI-Antworten einstellen – so wie 'gesponserte Zitate' direkt im Chat?
Absolut, das ist Teil der neuen Monetarisierungsstrategie. Der Gratiszugang wird mit Werbung erkauft, während Power-User Credits kaufen oder zahlen müssen. Das macht OpenAI stärker zum Marktplatz, fast wie Amazon.
Bleiben wir bei AI-Playern: Perplexity steht angeblich kurz vor dem Verkauf – und zwar an xAI oder Salesforce. Was steckt hinter diesem Mega-Deal?
Das Wachstum von Perplexity ist ins Stocken geraten. Sie haben zwar viel Kapital eingesammelt, aber gegen ChatGPT mit 800 Millionen Nutzern kommen sie nicht an. Dazu verbrennen sie pro Nutzer mehr Geld als sie verdienen – eine Sackgasse.
Und warum sind dann xAI und Salesforce so heiß auf Perplexity?
xAI – also Musk – braucht die Technologie dringend für Grok, um Halluzinationen zu reduzieren. Salesforce wiederum will das als Enterprise-Search-Lösung. Wer Perplexity kauft, bekommt Know-how und Tech für Echtzeit-Suche.
Jetzt ein echter Knaller: Nvidia, bisher quasi unantastbar, könnte 2026 einen Absturz von 20% erleben. Wie realistisch ist das?
Sehr realistisch, wenn man den Hyperscalern glaubt. Microsoft, Meta und Co. bauen ihre eigenen Chips und verlagern bereits 15-20% ihrer Workloads. Nvidia wird vom Monopolisten zum ganz normalen Mitspieler – und das merkt dann auch die Börse.
Das heißt, Nvidia setzt jetzt alles auf Komplettlösungen – also nicht mehr nur Chips verkaufen, sondern gleich ganze Supercomputer-Racks?
Genau, sie versuchen die Kunden fest an die eigene Infrastruktur zu binden. Aber wenn die Großen auch nur 5% weniger Nvidia-Chips ordern, kann das einen Domino-Effekt an der Wall Street auslösen.
Wenn ich all diese Prognosen höre, denke ich an das Megginso-Zitat: Nicht die Stärksten oder Klügsten, sondern die Anpassungsfähigsten überleben. Was würdest du 2026 Unternehmen raten?
Bleib flexibel! Es geht nicht mehr um reine Größe oder Marktmacht, sondern um die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren – sei es bei Technologie, Content, oder Monetarisierung. Wer heute noch auf Sicht fährt, ist morgen schon abgehängt.
Das ist ein ziemlich inspirierendes Schlusswort. Danke, dass du heute so offen Einblicke gegeben hast! Ich bin gespannt, was uns im nächsten Jahr erwartet.
Mir hat’s auch Spaß gemacht! Eins ist sicher: Die nächsten Monate werden alles andere als langweilig. Bis zum nächsten Mal!
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